Unterschiedliche Brände unterschiedlich löschen

Unterricht in der Praxis. Siebtklässler waren bei der Feuerwehr

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Reisbach. (ob) Verschiedene brennbare Stoffe werden derzeit von den beiden siebten Klassen der Maximus-von-Imhof Mittelschule abgearbeitet.

Bereichert wurde der Unterricht durch eine praktische und vor allem beeindruckende Vorführung zu diesem Thema bei der Freiwilligen Feuerwehr. Begleitet von den Lehrerinnen Alexandra Thalhammer und Jutta Schätz traf man beim Feuerwehrgerätehaus ein, wo Zweiter Kommandant Peter Jobst, Benjamin Taitsch, Simon Petrat und Alex Wimmer alle Vorbereitungen für diese Demonstration getroffen hatten.

Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass verschiedene Stoffe unterschiedlich brennen, wobei sich die Brände in Brandklassen einteilen lassen. Der Feuerlöscher zuhause kommt bei Brandklasse A und B, welche die festen Stoffe beziehungsweise flüssige und flüssigwerdende Stoffe beinhaltet, zum Einsatz. Ein Feuerlöscher ist schnell und einfach zu bedienen. Nach dem Entfernen der Sicherung und dem Drücken des Hebels löscht das Pulver die Flammen. Wichtig ist, immer in Windrichtung zu sprühen. Nach Möglichkeit sollten im Bedarfsall mehrere Feuerlöscher gleichzeitig zum Einsatz kommen. Einmal verwendet, muss dieser von einem Fachmann überprüft und befüllt werden, um erneut einsatzbereit zu sein.

Die Freiwillige Feuerwehr bot allen Schülern die Möglichkeit, die Handhabung selbst zu üben, wozu in einem geschützten Bereich ein Feuer entzündet wurde. Die Fachleute legten jedoch allen ans Herz, bei Bränden immer die Feuerwehr zu alarmieren, selbst, wenn es sich um einen kleinen Brandherd handelt, der eigenständig gelöscht werden konnte. Andernfalls könnte eine falsche Einschätzung vielleicht sogar verheerende Auswirkungen mit sich bringen, sollte es wider Erwarten zum Eisweiten der Flammen kommen. Die Praxis zeigt, dass oft schon nach fünf Minuten ein Zimmer vollends in Brand geraten kann.

Beeindruckend war auch die Fettexplosion, die veranschaulichte, was passiert, wenn versucht wird, brennendes Fett mit etwa 350 Grad Celsius mit Wasser zu löschen. Aus einem Liter Wasser werden dabei etwa 1.700 Liter Wasserdampf, der Fetttropfen mitnimmt. Resultat ist eine enorme Stichflamme. Die richtige Alternative wäre, die Hitze wegzunehmen und die Flammen zu ersticken. In der heimischen Küche geht das am Besten mit einem Deckel. Ebenfalls wurde eine Staubexplosion demonstriert. Kommt es dazu, vergrößert sich das Volumen extrem und somit auch der Brandherd.

Die Siebtklässler lernten auch, dass sich Diesel bei Raumtemperatur nicht entzünden lässt, sondern erst ab etwa 60 Grad Celsius. Sie erfuhren weiter, dass die Dämpfe von Benzin schwerer sind als Luft und der Stoff brennbar ist.

Demonstriert wurden weiter die  Aufgaben und die Ausrüstung eines Atemschutzgeräteträgers, die rund 30 Kilo auf die Waage bringt. Im Bedarfsfall können die Aktiven eine Wärmebildkamera zum Einsatz bringen, um in verrauchten Räumen vermisste Personen leichter ausfindig zu machen. Nachdem auch für die Feuerwehrmänner die eigene Sicherheit oberste Priorität hat, gehen sie immer zu zweit vor. Bei diesem Besuch lernten die Schülerinnen und Schüler auch die weiteren Fahrzeuge und Gerätschaften der FF Reisbach kennen. Sie hatten für den Anschauungsunterricht eine Reihe von Fragen vorbereitet, die die Feuerwehrkameraden fachkundig beantworteten.

 

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Die Klasse 7a.

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Bei der Fettexplosion gab es eine beeindruckende Stichflamme.

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Auch Lehrerin Fr. Thalhammer übte den Umgang mit dem Feuerlöscher.

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Die Klasse 7b.