Jugend Fahrradturnier

Wer wird Fahrrad-Champion?

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Reisbach. (ob) Seit über 40 Jahren bietet der ADAC Fahrradturniere als praktisches Übungs- und Testprogramm zur Fahrausbildung von Kindern ab acht Jahren an. Denn nur wer – auch unter schwierigen Bedingungen – richtig mit dem Fahrrad umgeht und entsprechende Verhaltens- und Vorgehensweisen erlernt hat, wird sich auch im Straßenverkehr regelrecht und sicher bewegen. Nun  machte Christine Maier am Dienstag Station an der Maximus-von-Imhof-Mittelschule, um  das Fahrrad-Turnier mit den beiden  sechsten Klassen abzuwickeln.

Die Aufgaben orientieren sich an den Gefahren realer Alltagssituationen und werden nach den Erkenntnissen von Unfallforschern ständig optimiert.  Der ADAC trägt mit seinem Fahrradturnier seinen Teil zur Verkehrserziehung  der jüngsten Verkehrsteilnehmer bei – mit dem vorrangigen Ziel, die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Straßenverkehr zu fördern. Damit sie erst gar nicht Gefahr laufen, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden. Der spielerische Übungscharakter und die anschließende Turniersituation waren für die Teilnehmer ein großer Ansporn zum Mitmachen und damit auch ein Sicherheitstraining, das Spaß machte. Das oberste Ziel jedes Turniers war natürlich, dass die Teilnehmer den Übungsparcours sicher und fehlerfrei absolvierten. Dabei sollten die Kinder und Jugendlichen nicht nur falsche Fahrtechniken erkennen und vermeiden, sondern vor allem richtige erlernen. Im Rahmen dieses Vormittages wurden eine verkehrsgerechte Fahrweise und sicheres Verhalten im Straßenverkehr trainiert. Ohne Zeitdruck und in der spielerischen Übungssituation ging es um angemessene Geschwindigkeit, Vorsicht und vorausschauendes Verhalten, das Vermeiden von Risikosituationen, Gleichgewichtsübungen und Bremsverhalten und zielgenaues Anhalten. Dazu wurde ein Parcours aufgebaut, seinen Teilnehmern insgesamt acht Aufgaben stellte. Diese Fahrübungen orientierten sich ausnahmslos an den Herausforderungen des täglichen Straßenverkehrs.

Aufgabe eins:
Anfahren. Am Start musste der Teilnehmer zuerst das Freizeichen abwarten und sich dann vor dem Anfahren deutlich nach links hinten umschauen. Lernziel: Die Kinder sollte daran gewöhnt werden, vor jedem Losfahren sorgfältig zu schauen,  vor allem nach links zurück zur Fahrbahn hin, und notfalls zu warten, bis sie gefahrlos anfahren können. Dabei war es auch wichtig, auf die richtige Pedalstellung zu achten und bei Schaltungen einen niedrigen Gang einzulegen.

Aufgabe zwei:
Spurbrett. Fünf Meter lang, aber nur 19 Zentimeter  breit war die Spur, die zu befahren war. Hier brauchte es Schwung, um nicht vorzeitig vom Brett abzukommen. Lernziel: Auch in engen Spuren das Gleichgewicht halten und sicher geradeaus fahren.

Aufgabe drei:
Kreisel rechts. Bei dieser Aufgabe war ein Kreis einhändig zu fahren. Dabei wurde mit der linken Hand gelenkt und mit der rechten Hand eine Kette geführt. Der Griff des Kettenendes war von einer Magnetplatte abzunehmen und nach der Kreisfahrt dort wieder aufzulegen, ohne dass die Kette am Boden schleifte. Lernziel: Das zielgenaue Abbremsen und das einhändige Kurvenfahren als Vorübung für das sichere Abbiegen auf der Straße trainieren.

fahrtu01Aufgabe vier:
Die S-Gasse war so zu durchfahren, dass keine Klötzchen umfielen. Lernziel: Enge, vorgegebene Kurven mit angepasster Geschwindigkeit und der richtigen Pedalstellung durchfahren können.

Aufgabe fünf:
Kreisel links. Identisch mit Aufgabe drei, jedoch Führen der Kette mit der linken Hand.

Aufgabe sechs:
Spurwechsel. Um 1,50 Meter nach links war beim „Spurwechsel“ die Fahrspur zu versetzen. Dabei kam es darauf an, sauber innerhalb der Begrenzungslinien zu fahren, sich vor dem Abbiegen sorgfältig nach links umzuschauen, sich die angezeigte Zahl zu merken und vor dem Ende der ersten Spurgasse ein deutliches Handzeichen zu geben.

Lernziel: Vor jedem Wechsel der Fahrspur vorschriftsmäßig umsehen sowie ein deutliches Handzeichen geben. Aufgabe sieben: Der Slalom. Die Tore mussten so durchfahren werden, dass keine Pylonen berührt oder verschoben wurde. Erschwert wurde die Aufgabe durch das Versetzen der Tore. Ab Beginn des Slaloms wurde auf Zeit gefahren.

Lernziel: Vorausschauend fahren und auch bei schnellerer Fahrt Engstellen auf der Fahrbahn zielgenau – ohne zu berühren – zu durchfahren. Aufgabe acht: Beim Zielbremsen musste der Radler vor der Haltelinie anhalten ohne die Begrenzungslatte abzuwerfen oder die Seitenlinie zu berühren oder zu überfahren. Nach dem Anhalten musste er sich innerhalb des markierten Feldes abstützen. Das Abstützen vor dem Anhalten war nicht erlaubt. Lernziel: Bremsweg richtig einschätzen und mit Vorder- und Hinterradbremse so zu bremsen, dass er auch bei schnellerer Fahrt korrekt und ohne Schleudern zum Halten kommt.

Für Übungen, die nicht korrekt ausgeführt wurden, gab es je nach Fehler eine bestimmte Anzahl von Fehlerpunkten. Jedes Abstützen am Boden oder an Geräten, außer nach dem Halten im Bremsfeld, wurde pro Aufgabe mit einem Fehlerpunkt gewertet, mehrfaches „Fußen“ mit zwei Fehlerpunkten und Stürze mit drei. Das Auslassen einer Aufgabe führte grundsätzlich zur Bewertung mit der Höchststrafpunktzahl der Aufgabe. Die Wertungsfahrt stellte den Abschluss des Turniers dar.

Fahrfehler sind nicht selten auf falsch eingestellte Bremsen, Lenker oder Sattelhöhe zurückzuführen. Problematischer ist es, wenn das gesamte Fahrrad für den Radler zu groß oder schlichtweg ungeeignet ist. Die Kinder sollen nur ein ihrer Körpergröße entsprechendes Rad benutzen und während der Fahrt einen Fahrradhelm tragen.

Buben und Mädchen wurden getrennt gewertet. Jeweils die besten drei erhalten Medaillen. Für alle Teilnehmer gibt es eine Teilnehmerurkunde und ein Lineal.

Sieger bei den Buben: Erster Leon Helmbrecht, Zweiter  Peter Nicula, Dritter Johannes Braun.  Mädchen: Erste Anna-Lena Dachs, Zweite Ann-Sophie Schwinghammer, Dritte Leonie Kufer. Die Ehrung der besten Teilnehmer findet schulintern statt.

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