„Es liegt in unserer Hand“

An der Mittelschule Reisbach fand ein Umwelttag statt

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Reisbach. (mb) Der „Umwelttag“ der Maximus-von-Imhof-Mittelschule Reisbach war am Montag deutlich mehr als „nur“ ein Aktions- und somit stundenplanfreier Tag. Von langer Hand geplant und vorbereitet soll er das Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler für die Natur nachhaltig schärfen.

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Imker Alois Denk erläuterte den Schülern
die Welt der Bienen.

Nur, wenn ein „großes Rad“ gedreht wird, kann sich in Sachen Umwelt- und Klimaschutz etwas zum Guten wenden. Alle Klassen wirkten an diesem Projekt mit, das der Umweltbeauftragte, Lehrer Florian Klante auf den Weg brachte, wobei er schon bei der Vorbereitung vom Sprecher der Reisbacher Energie AG unterstützt wurde. So fand zunächst eine schulhausinterne Lehrerfortbildung zum „Ökologischer Fußabdruck“ als Auftaktveranstaltung statt. Dr. Ewald Hottenroth gab dabei Basisinformationen weiter. Deutlich wurde, dass die Thematik als ganzheitliches Problem zu sehen ist. Es ging darum, dass die Teilnehmer nicht nur lehrplanbezogene Abschnitte vermittelt bekam, sondern im Fokus stand das Ziel, die Zusammenhänge in der Umwelt zu verstehen. Damit die Kinder tatsächlich einen hohen Nutzen aus dem Tag ziehen konnten, wurden weniger externe Kräfte eingebunden, sondern waren sie angehalten, sich selbst mit der Situation aus unterschiedlichen Herangehensweisen auseinander zu setzen.


Bereits um 8 Uhr morgens begann der Nachhaltigkeitstag für die Klasse 8a, die sich im Ort verteilte, um Müll zu sammeln. Rektorin Martina Huber und Erster Bürgermeister Rolf-Peter Holzleitner nahmen am Vormittag die offizielle Eröffnung vor. Die Schulleiterin sah den Tag im Zeichen der Kinder für die Kinder, nachdem sich alle Klassen und Lehrer einbrachten. Ziel sei es, sich zu informieren und die Wichtigkeit dieser Thematik zu erkennen und die Konsequenz des eigenen Verhaltens sehen. Im Großen könne man keine Veränderungen vornehmen, aber, wenn jeder seinen kleinen Beitrag leiste, bewege sich doch Großes. Auch Bürgermeister Rolf-Peter Holzleitner, der den ganzen Vormittag vor Ort war, sensibilisierte die junge Generation, dass jeder Einzelne der Umwelt Gutes tun könne, etwa, beim Ausschalten des Lichtes, wenn man den Raum verlässt oder den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen. So ergeben sich viele kleine Schritte, die letztlich alle weiter bringen.


Das Video „Footprint“ der Klasse 5a beschäftigte sich mit dem „ökologischen Fußabdruck“. Sodann bestand Gelegenheit, sich an den einzelnen Stationen, die die Klassen in der Aula vorbereitet hatten, zu verschiedenen Themen zu informieren. Für jede abgearbeitete Station gab es einen Stempel auf den Laufzettel. Am Ende wurden mit Nubielis Rojos de los Santos, Alina Schleich und Erkan Can aus allen Teilnehmer die drei Gewinner der Eisgutscheine verlost, die der Förderverein spendierte. Die Energie AG, die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie und der Bund Naturschutz waren vertreten, um ihre Arbeit und Ziele vorzustellen und im Idealfall vielleicht den ein oder anderen Schüler zu gewinnen, der in einer der Institutionen die junge Generation vertreten möchte.

 

 UWT 04Regional, saisonal, gesund
und oben drein schmeckt's!

Für alle Schülerinnen und Schüler gab es vieles zu lernen, nachdem die Themen von den Schulkameraden fundiert aufbereitet wurden. Das Angebot wurde mit großem Interesse genutzt. Da die 5. Klasse auch das Thema „Bienen, ein Teil von uns“ aufbereitete, brachte sich der Imkerverein Reisbach ein, unter anderem mit einem Schaukasten. So wurde zugleich das Artensterben mit in den Fokus gerückt. Die 6. Klassen machten sensibel dafür, dass der Müllberg wächst und zeigten dabei teils die absurdesten Verpackungen auf, die völlig überflüssig sind. Welche Auswirkungen die Ernährung auf die Umwelt hat, wurde ebenfalls erfahrbar gemacht. Der Bereich Ernährung war zusätzlich durch die Klasse 7b präsent, die speziell die vegetarische und regionale Ernährung in den Blickpunkt rückte. Dazu bereiteten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Dipps zu und schnitten viel Gemüse in mundgerechte Stücke, was von den Mitschülern fleißig probiert wurde. Schon beim Einkauf waren die Siebtklässler angehalten, auf Regionalität, Saisonalität und sparsame Verpackung zu achten.


Die Klasse 7a beschäftigte sich mit dem Treibhauseffekt und die Klasse 8b machte drei Versuche. So wurde gezeigt, wie aus Zitronensäure und anderen Komponenten am Ende Fäden gezogen werden können, die man auf dem Kompost entsorgen kann. Auch „Plastik“ aus Kartoffelstärke, ebenfalls umweltverträglich entsorgbar, wurde hergestellt. Zusätzlich wurde die Pflanze namens „Wasserpest“ vorgestellt. Sie erzeugt im Rahmen der Photosynthese Sauerstoff, wenn man ihr Licht als Energiequelle gibt.

 

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Die Klasse 8b zeigte, wie sich kompostierbares „Plastik“ herstellen lässt.

Zum Abschluss lobten Rektorin Martina Huber und Lehrer Florian Klante die Schülerinnen und Schüler für die tolle Vorbereitung und Abwicklung des Tages. Jeder, so Florian Klante, ist angehalten, Hand anzulegen. Es komme darauf an, was wir mit unseren Händen machen. Zu guter letzt wurde ein ein großes Plakat ausgerollt. Ein weißes Tuch, auf dem ein großer Baum zu sehen war. Die Blätter entstanden während des Vormittages, die die Schüler mit ihren Handabdrücken symbolisierten. Darüber ist zu lesen „Es liegt in unserer Hand.“ Dabei wurde der Bogen auch dorthin gespannt, die Kinder dafür zu sensibilisieren, dass auch sie einen persönlichen Abdruck, einen „ökologischen Fußabdruck“ hinterlassen, dessen Größe sie durch ihr eigenes Verhalten beeinflussen können. Mit einem „Heal the World,“ gesungen von der Klasse 6b wurde dem ganze nochmals Nachdruck verliehen.


Der Umwelttag soll zugleich Ansporn sein, nächstes Jahr mit den Schülerinnen und Schülern in Form von kleineren Aktionen an diesem Thema weiter zu arbeiten. Geplant ist, in diesem Zusammenhang auch die Ausbildung neuer Energiemanager.

 

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Mit der Enthüllung des gemeinschaftlich gestalteten Plakates
ging der Umwelttag zu Ende.