Erinnerung an eine dunkle Zeit

Schüler aus Reisbach besuchten die KZ-Gedenkstätte in Dachau

Dachau19

Reisbach. Am Montag besuchten die beiden neunten Klassen der Maximus-von-Imhof-Mittelschule mit ihren Klassenlehrern Alexandra Thalhammer und Alois Salzberger die KZ-Gedenkstätte in Dachau. Das Konzentrationslager Dachau war das erste seiner Art und diente als Vorlage für alle anderen KZs im Dritten Reich.

Hier wurden während der Zeit des Nationalsozialismus politische Gegner und von den Nazis als minderwertig angesehene ethnische Gruppen wie zum Beispiel Juden, Sinti und Roma auf menschenverachtende Weise misshandelt, zur Arbeit gezwungen und ermordet. Im in der Gedenkstätte untergebrachten Museum konnten die Schüler Einzelschicksale verfolgen sowie verschiedene Ausstellungsstücke wie die Häftlingsuniformen, betrachten. Ein Dokumentationsfilm zeigte die zunehmende Verfolgung der Juden in Deutschland, von der Wahl Hitlers zum Reichskanzler bis zur Befreiung durch die Alliierten.

Eine vom Effner-Gymnasium organisierte Führung ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern sehr anschaulich, den Weg eines Häftlings im KZ Dachau nachzuvollziehen. Die Tortur des Häftlings begann mit dem langen Warten vor den Toren des Lagers, wobei dieser über seine Zukunft im Ungewissen blieb. Dann führte der Weg durch ein Spalier von Lagerwachen und Kapos, die den Ankommenden mit Schlägen und Beschimpfungen empfingen. Im Schubhaus musste er schließlich alle persönlichen Gegenstände abgeben, wurde kahlrasiert, erhielt seine dünne Häftlingsuniform und durfte von nun an nur noch mit seiner Registrierungsnummer angesprochen werden. Damit war er seiner Persönlichkeit beraubt.

Vor einer rekonstruierten Baracke erklärte die Dozentin, dass die dort Inhaftierten zu Arbeitseinsätzen gezwungen wurden und darüber hinaus in ihrer leichten Sträflingskleidung auch im Winter lange Appelle als Schikane über sich ergehen lassen mussten. Der Appellplatz war auch ein Ort, an dem die Häftlinge mit schwersten Strafen für Nichtigkeiten malträtiert wurden. In dem Barackennachbau konnten die Schülerinnen und Schüler nachempfinden, wie die Gefangenen eng aneinander gepfercht und unter katastrophalen hygienischen Umständen untergebracht waren.

Krankheiten wie Typhus und Ruhr hatten bei den ausgemergelten Inhaftierten leichtes Spiel und verursachten qualvolle Tode. Sondereinsatztrupps der Häftlinge mussten die Leichen ihrer ermordeten Mitgefangenen in einem der Krematorien verbrennen. Als gegen Ende des Krieges die Brennmaterialien knapp wurden, stapelten sich vor den Öfen Berge von Toten. Sichtlich nachdenklich verließen die Schüler die Gedenkstätte der Erinnerung und Mahnung an die Verbrechen während des Nationalsozialismus, die nie vergessen werden dürfen, damit sie sich nicht wiederholen.

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