Exkurs in Finanzangelegenheiten

Bankkauffrau besuchte Mittelschüler und gab viele Tipps

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Reisbach. (mb) Allmählich geht es für die Neuntklässler in Richtung Berufsleben und sie verdienen dann regelmäßig ihr erstes eigenes Geld. Auch wenn man vielleicht mit dem ein oder anderen Job oder mit Taschengeld schon ein wenig praktische Erfahrungen in diese Richtung sammeln konnte, so erfuhren die Schülerinnen und Schüler am Mittwoch doch allerhand Neues zum sinnvollen Umgang mit den eigenen Finanzen.

Tanja Wallner war an der Maximus-von-Imhof-Mittelschule, um entsprechende Informationen weiter zu geben. Sie ist als Kundenberaterin bei der Sparkasse Niederbayern-Mitte Fachfrau auf diesem Gebiet. Im Jugendalter sei es an der Zeit, das erste eigene Konto zu verwalten, wozu das Girokonto gute Dienste zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs leiste, was den Alltag enorm erleichtere. Ein- und Auszahlungen, Überweisungen, Daueraufträge, Lastschriften und Onlinebanking stehen damit zur Nutzung bereit. Auszahlungen seien nur vom Berechtigten, also vom Kontoinhaber, gesetzlichen Vertreter oder Bevollmächtigten an der Kasse oder am Automaten möglich. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie ein Überweisungsbeleg korrekt ausgefüllt wird.

Vieles lasse sich mittlerweile online regeln, wozu man Transaktionsnummern benötige, etwa in Form von Chip TAN mit TAN Generator und EC-Karte; Push TAN, einer Sparkassen App und TAN App oder mit SMS TAN, wozu die Nummer per SMS zugesendet werde. Weitere Alternative sei das HBCI-Verfahren, ein Programm und ein Gerät mit Karte. Wer Beträge bis 25 Euro per Handy bezahle, benötige hierfür keine TAN. Allerdings gelte es, auf die nötige Sicherheit im Internet zu dachten. Als Schutzmaßnahmen empfahl sie beim Online Banking unter anderem, Firewall und Virenschutz zu nutzen, die Programme aktuell zu halten und die Internet-Adresse immer selbst einzutippen. Die Bank frage nie nach persönlichen PIN/Passwörtern.

Eben gerade, weil es so unkompliziert sei, Geld auf diese Weise auszugeben, sollte darauf geachtet werden, dass man nicht in die Schuldenfalle durch Kredite gerate. Wenn Anschaffungen anstehen, die nicht durch laufende Einnahmen oder angesammelte Ersparnisse gezahlt werden können oder bei kurzfristiger Überbrückung von Liquiditätsengpässen könne man sich von der Bank Geld leihen. Dann müssen das Kapital und die Zinsen in dem vereinbarten Zeitraum zurück gezahlt werden. Rechtswirksame Kreditverträge können erst ab Vollendung des 18. Lebensjahres abgeschlossen werden, wenn man unbeschränkt geschäftsfähig ist. Deshalb sollte jeder seine Vermögensverhältnisse ermitteln, indem er die Einnahmen und Ausgaben gegenüber stelle. Am häufigsten werden Annuitätendarlehen vergeben mit gleich bleibenden monatlichen Raten für Zins und Tilgungsanteil. Unterschieden werde zwischen kurz- und langfristigen Krediten, wobei zu ersteren auch die Dispositionskredite, also Kreditrahmen auf dem Girokonto gelten.

Generell gelte, kurzlebige Güter sollten kurzfristig, langlebige können langfristig finanziert sein. Die Bank benötige entsprechende Sicherheiten, um Kredite zu geben. Sei es einer betroffenen Person nicht möglich, ihre Schulden innerhalb eines überschaubaren Zeitraums unter Einsatz des vorhandenen Vermögens und freien Einkommens zu bezahlen, spreche man von Überschuldung. 2018 traf dies auf 13,47 Prozent der unter 30-jährigen Kreditnehmer zu. Die Sparkassen-Mitarbeiterin kannte die häufigsten Gründe, die dazu führen wie Erkrankung, Unfall, Sucht, Scheidung, Todesfall, Immobilienfinanzierung, Dispo, Handy, Kaufrausch oder Kauf auf Pump. Sie machte die Schülerinnen und Schüler sensibel dafür, darauf zu achten, nicht in diese „Falle“ zu tappen, sondern sorgfältig mit den eigenen Finanzen umzugehen.

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Tanja Wallner informierte über den sinnvollen Umgang mit den eigenen Finanzen.
Mit dabei war auch Auszubildender Daniel Sidorenkov.