Eine Schulklasse "verschwindet"

Schüler lernten "Toten Winkel" kennen

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Reisbach. (mb) „Raus aus dem toten Winkel“, das war die Kernbotschaft und genau so hieß auch die Aktion, zu der Heinz Gillig von der gleichnamigen Fahrschule am Montag aus Dingolfing an der Maximus-von-Imhof-Mittelschule zu Besuch war. Dabei erfuhren die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen, worauf sie achten müssen, um sich im Straßenverkehr so zu verhalten, dass die Unfallgefahr minimiert ist.

Organisiert wurde die Aktion von Lehrer Tobias Hess, Beauftragter für Verkehrserziehung. Denn, bei Verkehrsunfällen auf Schulwegen nehmen Unfälle mit abbiegenden LKWs und Bussen eine traurige Spitzenstellung ein. Oft befanden sich die Opfer dabei im „Toten Winkel.“ Diese Verkehrssicherheitsveranstaltung klärte die Teilnehmer genau über dieses Gefahrenpotential auf. Gleichzeitig wurden Lösungen aufgezeigt, wie derartige Situationen vermieden werden können. Heinz Gillig erklärte zunächst die Sicherheitseinrichtungen am seinem Lkw. So lernten die Kinder zum Beispiel die Bedeutung des seitlichen Anfahrschutzes, der verschiedenen Außenspiegel und der tiefer angebrachten hinteren Stoßstange kennen. Seit einigen Jahren gehören Weitwinkelspiegel zwar zur Pflichtausstattung neu zugelassener Lkws, sie werden aber leider häufig falsch eingestellt. Zudem sind noch viele ältere und im Ausland zugelassene Fahrzeuge ohne diesen Spiegel auf den Straßen unterwegs. Um das Problem des „toten Winkels” zu verdeutlichen, klebte Fahrlehrer Heinz Gillig den Weitwinkelspiegel seines Lkws ab und grenzte diesen Bereich mit Hilfe der Schüler durch ein Absperrband ab. Nun konnten sich die Fünft- und Sechstklässler der Reihe nach vom Fahrerplatz aus überzeugen, wie eine ganze Klasse neben dem Lkw scheinbar spurlos verschwindet.

Lkw-Profi Gillig demonstrierte auch eindrucksvoll, dass die Hinterachse eines Omnibusses oder Lkws beim Abbiegen oft auf den Gehweg rollt und dadurch eine zusätzliche Gefahr darstellt. Der Fahrlehrer riet den Kindern, etwa eineinhalb Meter Abstand zum Fahrbahnrand zu halten und stehenzubleiben, wenn der Lkw-Fahrer sie nicht sieht. Ferner erläuterte er, dass ein Busfahrer im Schnitt fünf Sekunden benötigt, bis er seinen Motor startet und rückwärts ausparkt. Ein Schüler, der sich hinter dem Bus befindet, etwa, weil er sich in dessen Schatten aufhalten möchte, benötigt jedoch knapp zehn Sekunden, um sich aus der Gefahrenzone zu entfernen, die so zur tödlichen Falle werden kann.  Zusätzliche Gefahrensituationen bergen auch der Bereich unmittelbar vor dem Führerhaus und der Nachlauf der Hinterräder, die enge Kurven schneiden können. Das wurde anhand umgefahrener Pappbecher ebenfalls demonstriert.

Durch die Anschaulichkeit des Unterrichts zeigten sich die Schülerinnen und Schüler sehr beeindruckt. Letztlich wird mit der Ausbildung der Schüler und der Fahrschüler zweigleisig dafür gesorgt, dass die Sicherheit für die Kinder so weit wie möglich gewährleistet ist. Zum Abschluss der Stunde legte Heinz Gillig den Schülerinnen und Schülern nochmals nahe, das Gelernte vor allem im Umgang mit Schulbussen und LKWs zu beachten und durch Blickkontakt zum Fahrer für die eigene Sicherheit zu sorgen. „Wenn ihr über einen Zebrastreifen geht, schaut dem Lkw-Fahrer in die Augen und winkt ihm am besten zu. So ist es am sichersten.“

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Heinz Gillig war zum praktischen Anschauungsunterricht vor Ort.