Vier Quadratmeter für jeden Schüler

Für die Abschlussklassen an der Mittelschule beginnt wieder der Unterricht

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Reisbach. „Schulanfang“ war am Montag nach mehrwöchiger Pause an der Maximus-von-Imhof-Mittelschule. Nicht etwa nach den Ferien und auch nicht für alle Schülerinnen und Schüler. Momentan gehört das große Gebäude sozusagen alleine den 39 Neuntklässlern. Sie haben aktuell das Privileg, wieder im Haus unterrichtet zu werden und sind somit die Ersten, die beginnen, den Lernalltag wiederaufzubauen. Besonders wichtig für sie, nachdem am 18./19. Juni die schulinternen Prüfungen geplant sind und vom 6. bis 9. Juli die Qualiprüfungen und diese wertvolle Zeit bis dahin noch nutzen müssen, um sich gut darauf vorzubereiten.

Für die Verantwortlichen stellen die Vorbereitung wie auch die Umsetzung eine nicht unerhebliche Herausforderung dar, um allen Vorgaben gerecht zu werden. Die Reinigung der Schule erfolgte im Vorfeld nach den vorgeschriebenen Hygienestandards, wozu man eng mit den zuständigen Mitarbeitern des Rathauses zusammenarbeitet und tatkräftig vom Sachaufwandsträger unterstützt wird. Dabei haben diese Standards auch weiterhin Bestand. Wer mit dem Bus zur Schule kommt, hat Maskenpflicht.

Mindestabstand als oberstes Gebot

Die Neuntklässler werden in drei Gruppen unterrichtet, um den Mindestabstand gut einhalten zu können. Ein wichtiges Kriterium ist, den Raum- und Gruppenwechsel so weit möglich zu vermeiden. In den Unterrichtsräumen ist kein Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung vorgeschrieben, da die erforderlichen Mindestabstände eingehalten werden. Nachdem die Schulzeit von 8 bis 11.15 Uhr begrenzt ist, werden die Schüler nur in den Pflicht-, Wahlpflicht- und Wahlfächern, in denen sie die Qualiprüfung ablegen, unterrichtet.

Beim Verlassen der Klassenzimmer muss eine Maske getragen werden, wie auch in den Bussen, da hier das Einhalten der Mindestabstände nicht garantiert werden kann. Schutzmasken stellte die Pfarrei St. Michael dankenswerterweise zur Verfügung. Sie wurden von einigen Frauen auf ehrenamtlicher Basis genäht und im Schulgebäude vorbeigebracht. Erfreulicherweise boten auch einige Mütter bereits ihre Hilfe an, sollten weitere Masken noch benötigt werden.

Am Freitag bereitete sich das Lehrerkollegium auf die neue Situation vor. Dazu fand eine Konferenz in der Sporthalle, die inzwischen als bewährter Sitzungsraum der Gemeinde dient, statt. Besprochen wurden die genauen Abläufe und der Lehrereinsatz zur Öffnung für die neunten Klassen. Auch wurden Überlegungen angestrebt, wie eine mögliche Öffnung für weitere Klassen organisiert werden könnte. Zugleich wurde der bisherige „Unterricht zuhause“ reflektiert. Vor allem bot diese Konferenz gute Gelegenheit für die Kolleginnen und Kollegen, Erfahrungen auszutauschen. Denn, man ist sich einig, in der derzeitigen Phase verschiedene Wege zu erproben und sich austauschen, um zu einem möglichst optimalen gemeinsamen Weg zu finden. Schließlich ist davon auszugehen, dass „Homeschooling“, zumindest teilweise, noch länger aktuell bleiben wird.

Rektorin Martina Huber spricht von einer außergewöhnlichen Stimmungslage. Den Lehrkräften fehlen die Schülerinnen und Schüler, die virtuellen Möglichkeiten können die reale, persönliche Begegnung nicht ersetzen. Man wird weiter häufig und regelmäßig Kontakt halten. Die Sozialpädagogin der Schule Monique Vogl war bereits die gesamte Zeit der Schulschließung in der Betreuung von Schülerinnen und Schülern in Krisensituationen engagiert und hat hier bedarfsgerecht unterstützt und beraten. Sie wird sich außerdem, in Absprache mit den Klassenlehrkräften, verstärkt um die Betreuung der Schülerinnen und Schüler bemühen, bei denen das „Lernen zu Hause“ nicht „rund“ läuft.

Eltern zeigen sich zufrieden

Erfreulicherweise gab es positive Bestätigungen von Seiten der Elternbeiratsvorsitzenden Regina Obermeier, dass trotz der schwierigen Situation große Zufriedenheit herrscht mit der Versorgung der Schüler mit Unterrichtsmaterial, den Rückmeldungen durch die Lehrkräfte und mit der Kontaktpflege. Ein großes Lob zollte man aber auch seitens der Schule an die Eltern, die sehr konstruktiv sind und diese besondere Unterrichtsphase sehr wohlwollend begleiten. „Wir freuen uns auf die Schülerinnen und Schüler, sind froh, dass wieder ein bisschen „Leben“ ins Schulhaus kommt und dass wir vor allem die Neuntklässler zur Prüfungsvorbereitung vor Ort haben“, so Rektorin Martina Huber.

Derzeit ist man ständig in der „Warteschleife“, wie sich das Schulwesen weiter entwickeln wird. Kultusminister Michael Piazolo erläuterte bei einer Pressekonferenz den aktuellen Stand. Die Schulschließungen in Bayern seien „der richtige Weg“ gewesen. Eine schnelle Rückkehr zur Normalität werde es nicht geben. Mit dem gestrigen Montag begann der „schulische“ Mischbetrieb. Ab dem 11. Mai, so der derzeitige stand, sei angedacht, dass die Klassen, die im nächsten Jahr ihren Abschluss machen oder vor dem Übertritt stehen, wieder zur Schule kommen. Ziel bleibe es, „noch in diesem Jahr“ alle Klassen wieder zurück in die Schulen zu bekommen.

Die Schüler sollten in Kleingruppen von „zehn bis 15“ lernen, für jeden Schüler sollten vier Quadratmeter zur Verfügung stehen, Gruppenarbeiten werde es nicht geben.

 

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Die Schüler mit Lehrerin Alexandra Thalhammer.